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Bildquelle: KI generiert
Fischiger Mief beim Hund
Jeder Hundebesitzer kennt diesen Moment: Man kuschelt gemütlich auf dem Sofa, und plötzlich zieht eine Wolke vorbei, die eher an eine Fischauktion am Hafen erinnert als an den geliebten Vierbeiner. Keine Sorge – das ist kein Zeichen mangelnder Hygiene deinerseits, sondern ein biologisches Signal, das wir gemeinsam entschlüsseln können. Ein gesunder Hund hat in der Regel keinen beißenden Eigengeruch. Tritt dieser fischige Mief jedoch plötzlich oder dauerhaft auf, fungiert er als Warnsignal des Körpers.
Woher kommt der Geruch? Eine kleine Spurensuche
Bevor du zur Shampoo-Flasche greifst – was bei den meisten internen Ursachen leider gar nichts hilft – solltest du die Quelle systematisch eingrenzen. Riecht es direkt aus dem Maul, ist die Ursache oft in der Zahnhygiene des Hundes zu finden. Ist der Geruch hingegen am Hinterteil am stärksten, sind meist die Analdrüsen der Übeltäter. In selteneren Fällen kann auch der Urin oder das Genital den fischigen Geruch verursachen, was oft auf Entzündungen hindeutet.
| Ursprung | Typische Hinweise | Wann zum Tierarzt? |
| Maul | Zahnstein, Rötung, einseitiges Kauen | Bei Blutungen oder Futterverweigerung |
| Hinterteil | Lecken, “Schlittenfahren”, plötzliche Wolken | Bei Schwellung oder chronischem Geruch |
| Genital | Häufiges Schlecken, trüber Urin | Sofort bei Blut oder Fieberverdacht |
Die Hauptursache: Wenn die Analdrüsen streiken
Der häufigste Grund für den Fischgeruch am Hinterteil sind die Analdrüsen. Diese zwei kleinen Beutel produzieren ein Sekret, das jedem Hund seine individuelle “Visitenkarte” verleiht. Normalerweise entleeren sie sich durch den Druck beim Kotabsatz. Ist der Kot jedoch zu weich – etwa durch Ballaststoffmangel oder eine unruhige Verdauung – fehlt dieser mechanische Reiz. Das Sekret staut sich an, wird dickflüssig und verströmt diesen typischen, metallisch-fischigen Gestank.
Viele Besitzer versuchen in ihrer Not, die Drüsen selbst auszudrücken. Davon rate ich jedoch dringend ab. Ohne das nötige Fachwissen riskiert man schmerzhafte Entzündungen oder sogar Abszesse. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit geraspelten Karotten oder Flohsamenschalen ist hier der weitaus sicherere Weg, um die natürliche Entleerung langfristig zu fördern.
Bakterien im Maul: Mehr als nur “schlechter Atem”
Nicht selten liegt die Ursache am anderen Ende des Hundes. Studien der Cornell University zeigen, dass ein Großteil aller Hunde über drei Jahren mit Zahnbetterkrankungen zu kämpfen hat. Bakterien im Zahnstein produzieren Schwefelverbindungen, die für den fischigen Atem verantwortlich sind. Ein kurzer Blick unter die Lefzen bringt oft Klarheit: Braune Beläge oder ein geröteter Zahnfleischrand sind deutliche Anzeichen, dass eine professionelle Zahnreinigung nötig sein könnte.
Stress als plötzlicher “Geruchsbeschleuniger”
Vielleicht hast du es schon beim Tierarzt oder in einer Schrecksekunde bemerkt: Der Hund erschreckt sich und plötzlich stinkt es gewaltig. Das ist kein Zufall, sondern ein Reflex. Bei extremer Anspannung zieht sich die Beckenmuskulatur so stark zusammen, dass die Analdrüsen schlagartig entleert werden. Es ist quasi die biologische “Stinkbombe”, die in Stressmomenten gezündet wird. In solchen Fällen hilft nur kurzes Abwischen mit einem neutralen Tuch – das Problem löst sich von selbst, sobald der Hund zur Ruhe kommt.
Fazit: So bekommt ihr das Problem in den Griff
Ein fischiger Geruch ist kein Schicksal, sondern fast immer ein lösbares Problem. Meist ist die Lösung in einer Kombination aus optimierter Ernährung für festeren Kot und einer besseren Zahnhygiene zu finden. Beobachte deinen Hund genau: Zeigt er Schmerzen oder rutscht er häufig auf dem Po? Dann ist der Gang in die Tierarztpraxis der einzig richtige Weg. Mit ein wenig Aufmerksamkeit und der richtigen Pflege gehört der “Fisch-Mief” schon bald der Vergangenheit an.
Über die Autorin: Melanie Wagner
Als lebenslange Katzenliebhaberin ist Melanie mit Samtpfoten aufgewachsen und kennt die Tücken des Haustier-Alltags in- und auswendig. Ihre Leidenschaft für Tiergesundheit macht jedoch nicht an der Spezies-Grenze halt: Mit journalistischer Neugier und einem Auge für Details taucht sie tief in die wichtigsten Themen rund um Hund und Katz ein. Für ihren Blog kombiniert sie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Lösungen, um Tierhaltern – egal ob Hunde- oder Katzenfans – das Leben ein Stück leichter zu machen.








