Written by 10:00 Gesundheit des Hundes, Hunderatgeber

Bienenstich beim Hund! Das muss man SOFORT machen

Ein Bienenstich beim Hund ist schmerzhaft und auch unsere Vierbeiner bleiben nicht immer davor bewa…
Biene
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Foto von Lisa Fotios: https://www.pexels.com/de-de/foto/makrofoto-der-biene-2045295/


Ein Bienenstich beim Hund ist schmerzhaft und auch unsere Vierbeiner bleiben nicht immer davor bewahrt. Wird ein Hund von einer Biene gestochen, hat dies meist keine schwerwiegenden Folgen. Problematisch kann es allerdings werden, wenn der Bienenstich im Bereich des Rachenraumes erfolgt. Hals, Rachen, Mund und Zunge. Was man sofort unternehmen muss, wie man einen Bienenstich im Anschluss an die Sofortmaßnahmen behandelt und wann man zum Tierarzt muss, verraten wir in diesem Beitrag.

Bienenstich beim Hund feststellen

In vielen Fällen ist sofort klar, dass der Hund von einer Biene gestochen worden ist. Ähnlich wie wir Menschen vor Schreck und Schmerz meist kurz aufschreien, heulen Hunde oft auf und klagen dann winselnd ihr Leid. Als Hundehalter findet man die Ursache meist schnell, weil man gleich sieht, wo das geliebte Tier sich mutmaßlich verletzt hat. Steckt dort ein Stachel, ist es naheliegend, dass er von einer Biene ist. Wespen und Hornissen kommen nicht in Frage, weil ihr Stachel nicht im Gewebe, in diesem Fall der Haut, verbleibt.

Einstichstelle ausfindig machen

Es kann aber auch sein, dass der Stachel nicht mehr in der Haut steckt. In diesem Fall kommen natürlich auch auch Wespe und Hornisse in Betracht. Durch das Fell lässt sich in den meisten Fällen die Einstichstelle ausfindig machen, die ein starkes Indiz ist. Weiß man, wo sich der Hund zuletzt aufgehalten hat, findet man dort vielleicht in unmittelbarer Nähe eine Biene in der Wiese oder auf dem Untergrund. Die betroffene Stelle kann bei Hunden auch auf eine Schwellung hin abgesucht werden, die meist rasch auftritt und dann auch zu ertasten ist.

Stachel entfernen

Zunächst muss der Stachel entfernt werden. Dieser bleibt aufgrund seiner Widerhaken in der Haut stecken. Der Grund wieso Wespen auch mehrfach stecken können, liegt am Fehlen dieser Widerhaken. Stechen können nur weibliche Tiere, also Arbeiterinnen und Königinnen. Der Giftstachel war nämlich einst die Legeröhre, welche später dann zum sogenannten Wehstachel mit Giftdrüse wird.

Männliche Honigbienen

Männliche Honigbienen haben also keine Giftdrüse, in welcher bei den weiblichen Honigbienen das Gift auch produziert wird. Beim davonfliegen reißt die Biene sich immer auch ihren Stachelapparat mitsamt Giftdrüse aus dem Hinterleib, woran sie dann verendet. Wenn Bienen zur Verteidigung andere Insekten stechen, bleibt der Stachel in deren Chitinpanzer übrigens nicht stecken. So lange der Stachel in der Haut des Hundes steckt, wird auch Gift in den Körper gepumpt.

Bienenstich beim Hund behandeln

Handeln Sie ruhig und überlegt. Beruhigend auf den Hund einzureden macht die Situation für den Vierbeiner gleich viel erträglicher. Bei Stichen in Hals, Rachen oder Schnauze sollte man nichts riskieren und sofort einen Tierarzt aufsuchen. Mehr dazu weiter unten. Ansonsten verlaufen die meisten Bienenstiche bei Hunden mit wenigen Ausnahmen harmlos.

So behandelt man einen Bienenstich beim Hund:

  • Zunächst entfernt man den Stachel mit einer Pinzette. Aber Vorsicht, übt man zu viel Druck auf die Giftdrüse aus, entleert sich der Inhalt in das Gewebe des Patienten.
  • Nachdem der Stachel entfernt ist, sollte man die entsprechende Stelle sofort kühlen. So wird der Schmerz reduziert und die Schwellung möglichst gering gehalten. Geeignet sind neben kalten Wasser auch damit getränkte Tücher, Eisbeutel oder Kältekompressen. Bleibt der Hund nicht ruhig liegen und lässt sich nicht mit Kälte behandeln, kann man auch mehrere kürzere Einheiten einlegen.
  • Danach sollte man schlicht abwarten und den Stich beobachten. Geht die Schwellung zurück, ist das traumatische Erlebnis meist schon wieder vergessen.

Ist Bienengift gefährlich?

Das Gift von Honigbienen wird medizinisch als Apitoxin bezeichnet. Nur etwa 0,1 Milligramm von dem sauren Gift mit einem pH-Wert der bei etwa 5 liegt wird bei einem Stich abgegeben. Bei den Bestandteilen des Giftes handelt es sich um eine Kombination verschiedener Sekrete, die zusammen ein gelbliches Gemisch ergeben. Unter den Bestandteilen ist neben dem Hauptallergen Melittin auch ein Enzym, welches Zellmembranen angreift, sowie ein Nervengift.

Hyaluronidase

Die Hyaluronidase sorgt dafür, dass die Entzündung sich ausbreitet, indem es die Blutgefäße erweitert und deren Durchlässigkeit erhöht. Außerdem finden sich Neuropeptide, weitere Allergene sowie Histamin, Noradrenalin und Dopamin. Mutter Natur hat auch die Alarmpheromone nicht vergessen. Werden diese freigesetzt, signalisieren sie anderen Bienen, dass ein Angriff stattfindet und das ganze Volk sich zur Verteidigung bereit machen soll. Bienengift ist also ein komplexer Cocktail an Substanzen.

Die Folgen eines Bienenstichs beim Hund

Die Folgen eines Bienenstiches sind vor allem Schmerzen, sowie eine lokale Entzündung mit der immer auch Schwellungen einhergehen. Wie stark diese ausfallen, ist von Hund zu Hund verschieden. Auch das Schmerzempfinden und die durch den Stich verursachten Schmerzen sind individuell. Ein einzelner Bienenstich gilt weder für Menschen noch für Hunde als gefährlich. Auch mehrere Stiche hintereinander sind in der Regel nicht lebensgefährlich.

Hier spielen aber zwei Faktoren eine maßgebliche Rolle. Zum einen die Stelle, an welcher das Tier gestochen wurde. Bei Stichen im Hals- und Rachenraum kann es zu Schwellungen kommen, welche die Atemwege blockieren und so zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Auch eine Insektengiftallergie bildet eine Ausnahme. Reagiert ein Tier allergisch auf das Gift, sollte man schnell handeln. Wie auch beim Menschen kann es hier zu heftigen Reaktionen kommen, weshalb hier eine sofortige Behandlung notwendig wird.

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Hyposensibilisierung beim Hund?

Unter Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung versteht man im Allgemeinen das Gewöhnen des Immunsystems an ein Allergen, in diesem Falle Insektengift. Ziel ist es, die allergischen Symptome auf ein Minimum zu reduzieren oder deren komplettes Verschwinden. Die Behandlung mit einer oder mehreren Allergieimpfungen. Das Ganze macht nur Sinn, wenn in der Vergangenheit bereits eine Überreaktion beim Hund beobachtet werden konnte und dieser nachweislich allergisch auf Bienengift reagiert.

Um zukünftiges Leid nach einem erneuten Stich deutlich reduzieren zu können, kommt eine Hyposensibilisierung gegen eine Insektengiftallergie in Frage. Hier sollte man aber unbedingt einen Tierarzt aufsuchen und sich von diesem fachkundig beraten lassen, um Vor- und Nachteile abwägen zu können.

Kontakt mit Bienen möglichst von vornherein vermeiden

Wespenstiche: Häufig werden Hunde von Wespen gestochen, weil sie über die Nahrung aufgenommen werden. Wo es etwas zu essen gibt, sind die mitunter lästigen Insekten meist nicht weit. Das gilt auch für das Hundefutter. Hier reicht es meist aus, das Futter auch im Sommer nicht im Garten anzubieten, sondern im Haus.

Wenn sich irgendwo eine Wespe befinden sollte, kann man diese mit einem Hilfsmittel einfach nach draußen geleiten und so den Kontakt vermeiden. Auch ein Blick in den Futternapf schadet nicht. Nassfutter lässt man am besten nicht zu lange stehen.

Bienen: Eigentlich sind Honigbienen unaufdringliche Insekten die im Normalfall auch nicht aggressiv gegenüber Menschen und Hunden sind. Fast immer kommt es in Situationen zum Stich, in welchen man die Biene übersieht und auf sie tritt oder im Falle von Haustieren, verschluckt oder mit der Schnauze berührt.

Schnappt der eigene Hund nach Insekten in der Luft, sollte man ihm dies abgewöhnen. Hat man einen Welpen, kann man dieses Verhalten relativ einfach bewerkstelligen. Denn auch wenn 10 Insekten harmlos sein – ein weiteres ist es vielleicht nicht. Insekten sind „Pfui“ und fertig. Auch wenn das Schnappen nach Insekten Vierbeinern zumindest zwischendurch zum Zeitvertreib Freude macht, sollte man es einfach unterbinden.

Meist geschieht dies aber, weil sich unsere Vierbeiner gestört fühlen von Insekten. Ist das Tier es gewohnt, dass man ihm Leckerlis in der Luft zuwirft, neigt es möglicherweise eher dazu, auch andere Beute die in Sichtweite ist oder gerade zufällig vorbeifliegt, zu schnappen. Auch hier kann man frühzeitig ansetzen und den kompletten Luftraum um den geliebten Hund einfach zum Sperrgebiet erklären.

Anaphylaktischer Schock: Allergische Überreaktion

In seltenen Fällen kann es nach einem Bienenstich beim Hund als allergische Reaktion auch zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Wird der Hund apathisch, beginnt zu Zittern und bekommt blasse Schleimhäute, ist dies ein Hinweis auf den gefährlichen Schockzustand der bis zu Bewusstlosigkeit und Tod führen kann. Kommt es zu einem allergischen Schock, müssen sofort die richtigen Maßnahmen ergriffen werden um den lebensbedrohlichen Zustand und bleibende Schäden abwenden zu können. Weitere Symptome sind eine flache Atmung, sowie ein beschleunigter Herzschlag. Auch hier sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Hat der Hund in der Vergangenheit bereits allergische Reaktionen nach einem Bienenstich gezeigt wäre es möglich, dass die Reaktion auf einen Stich zu einem späteren Zeitpunkt bereits viel schlimmer ausfällt. Hat man ein Notfallmedikament, sollte man es sofort verabreichen. Weitere Maßnahmen wären neben stabiler Seitenlage eine Decke um die Körpertemperatur aufrecht erhalten zu können. Eine geschickte Lagerung des Kopfes, sodass er mühelos atmen kann bis der Tierarzt erreicht wurde.

Wann muss man zum Tierarzt, wenn Hund von Biene gestochen wurde?

Wird ein Hund in Hals oder Rachen gestochen, sollte man kein Risiko eingehen und sofort einen Tierarzt aufsuchen. Man kann schlicht nicht absehen, wie sich die Situation entwickelt. Meist kommt es zu diesen Fällen, wenn Hunde Wespen oder Bienen verschlucken und dabei gestochen werden. Schnell entstehen daraus lebensbedrohliche Umstände für den Vierbeiner der ersticken könnte. Besonders wenn eine Allergie bekannt ist besteht Lebensgefahr.

Es kommt sogar vor, dass der Tierarzt einen Luftröhrenschnitt machen muss, um das Leben des Vierbeiners zu retten. Neben dem Erstickungsrisiko bei Stichen in Mund und Hals können auch Bienenstiche an vermeintlich harmlosen Stellen wie den Pfoten zu einem anaphylaktischen Schock führen.

Checkliste Tierarzt

Wenn man zum Tierarzt muss, sollte man diese wichtigen Punkte nicht vergessen.

  • Vergewissern, dass Tierarztpraxis geöffnet ist und gegebenenfalls eine Alternative suchen
  • Telefonisch ankündigen
  • Bei Stichen in Hals und Rachen sofort aufbrechen
  • Von außen kühlen mit Eis, Kühlakkus oder -Kompressen. Auch Speiseeis kann zum Kühlen von außen verwendet werden. Außerdem kann es wie auch kaltes Wasser die Einstichstelle von innen kühlen, wenn der Hund es zu sich nimmt.
  • Wenn möglich eine Begleitperson mitnehmen, die während der Fahrt beim Hund bleibt
  • Fahrer organisieren, wenn man selbst bei seinem Hund sein möchte
  • Wärmende Decke oder Jacke über den Hund legen
  • Schnell sein!

Hausmittel

Sowohl Zwiebeln als auch Zwiebelsaft eignen sich zur äußerlichen Anwendung. Auch Essigwasser kann man mit einem Tuch auftragen, um Schwellung und Juckreiz zu reduzieren.

Medikamente

Neben geeigneten Mitteln wie Kortison, welche nur vom Tierarzt verabreicht werden können, kommt für Hundehalter unter Umständen ein Notfallmedikament für zuhause in Betracht. Dieses kann unmittelbar nach einem Wespen- oder Bienenstich verabreicht werden muss, um allergische Reaktionen möglichst gering zu halten und damit das Leid zu begrenzen. Besteht hier eine Indikation, wird der Tierarzt diese Option in den meisten Fällen von selbst vorschlagen. Ansonsten kann man diese Möglichkeit auch direkt vor Ort ansprechen.

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Schlagwörter: , , , , , , , , Last modified: 4. April 2023
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