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Bandwürmer beim Hund erkennen und behandeln

Parasiten beim Hund sind lästig. Besonders wenn es um Parasiten geht, welche im Inneren des Hundes …
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Photo by Victor Grabarczyk on Unsplash


Parasiten beim Hund sind lästig. Besonders wenn es um Parasiten geht, welche im Inneren des Hundes leben, kommt für viele Besitzer ein Ekelfaktor hinzu. Wie Hundehalter eine Infektion mit dem Bandwurm bei ihrem Hund erkennen und wie sie die Parasiten bekämpfen können, wird im Folgenden erklärt. Außerdem erfährt der Leser nützliche Tipps rund um den Befall mit Bandwürmern.

Was sind Bandwürmer beim Hund und wie infizieren Hunde sich?

Zu den Bandwürmern, auch Cestoden genannt, gehören verschiedene Arten von Würmern. Für den Hund gefährlich sind der Gurkenbandwurm, Fuchsbandwurm, Fischfinnenbandwurm, Hundebandwurm und Mesocestoiden. Am ehesten steckt sich ein Hund in Mitteleuropa mit dem Gurkenbandwurm an.

Der Gurkenbandwurm ist ein Parasit, der wie alle Bandwurmarten einen Zwischenwirt benötigt. Flöhe, Nager oder Fische kommen hierfür infrage. Der Hund frisst die infizierten Zwischenwirte und dient dann als Endwirt für den Bandwurm. Im Verdauungstrakt des Hundes wachsen die Bandwürmer heran und entziehen dem Hund dafür Nährstoffe. Auch ein Befall anderer Organe ist möglich. Häufig kommt es dabei gleichzeitig zu tumorösen Wucherungen.

Die Leber ist davon besonders betroffen. Nach ungefähr 20 Tagen sind die Würmer ausgewachsen. Sie sind dann zwischen 10 und 70 cm lang und etwa 2 bis 3 mm breit. Erkennbar sind Bandwürmer an ihrem flachen Körper, welcher in einzelne Körperglieder geteilt ist. Weibliche Würmer beginnen nun, Eier zu legen, welche der Hund über den Kot ausscheidet. Gelegentlich stoßen die Würmer auch Körperglieder ab, welche ebenfalls über den Kot ausgeschieden werden.

Symptome bei Bandwurmbefall

Alle Bandwurmarten verursachen sehr ähnliche Symptome. In vielen Fällen treten nur sehr leichte oder sogar gar keine sichtbaren Symptome auf. Bei starkem Wurmbefall magert der betroffene Hund ab, wirkt müde und apathisch und hat Durchfall, wobei auch Verstopfungen vorkommen können. Auch Erbrechen kommt vor.

Da die Würmer, die abgestoßenen Glieder sowie die Eier in der Afterregion Juckreiz verursachen, können Halter bei ihrem betroffenen Hund das sogenannte Schlittenfahren beobachten. Der Hund rutscht dabei mit dem After über den Boden, um sich Linderung zu verschaffen. Dieses Symptom tritt jedoch auch häufig bei Analbeutelentzündungen auf und ist daher nicht eindeutig auf eine Bandwurminfektion zurückzuführen. Körperglieder des Bandwurms können im Kot sichtbar sein.

Sie entsprechen in Größe und Aussehen Reiskörnern, sind also mit bloßem Auge gut erkennbar. Auch auf Liegeplätzen des Hundes können sie auftreten oder sie bleiben in der Afterregion im Fell hängen.

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Behandlung bei Bandwürmer beim Hund

Bei vermutetem Bandwurmbefall untersucht der Tierarzt eine Kotprobe des Hundes. Findet er darin Wurmeier oder Körpersegmente des Bandwurms, ist die Diagnose eindeutig. Da Bandwürmer nicht pausenlos Eier legen, kann es vorkommen, dass mehrere Kotproben nötig sind, bis darin Eier entdeckt werden.

Das bedeutet, dass der Hund durchaus mit Bandwürmern infiziert sein kann, auch wenn weder Eier noch Glieder im Kot zu finden sind. Als recht sicher gilt eine Untersuchung von Proben drei aufeinanderfolgender Tage. Bandwürmer werden in der Regel mit Wurmtabletten behandelt. Diese gibt es in verschiedenen Dosierungen, welche dem Gewicht des Hundes entsprechen. Verschiedene Präparate decken außerdem unterschiedliche Würmer ab. Bei massivem Befall sind möglicherweise mehrere Wurmkuren nötig, ehe der Hund wieder wurmfrei ist.

Vorbeugend eignen sich Mittel gegen Flöhe, welche dem Gurkenbandwurm als Zwischenwirt dienen. Andere Bandwurmarten, welche in Deutschland vorkommen, nutzen Mäuse und andere Nager als Zwischenwirte. Gegen sie hilft ein Mittel gegen Flöhe daher nicht.

Verlauf und Prognose von Bandwürmern beim Hund

Behandelt klingen die Symptome schnell ab. Langzeitschäden sind bei einer behandelten Bandwurminfektion in der Regel nicht zu erwarten. Unbehandelt hingegen kann es im schlimmsten Fall zu Organversagen kommen. Die Wucherungen, welche als Folge einer schweren Infektion mit Bandwürmern an Organen auftreten können, schränken die Funktion dieser ein. Das passiert zwar selten, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Was Hundehalter tun können

Mittel gegen Bandwürmer bieten keinen anhaltenden Schutz. Ihre Wirkung verlieren sie meist nach spätestens 48 Stunden, sodass ein Hund sich sofort wieder neu infizieren könnte. Viele Tierärzte verordnen daher auch ohne nachgewiesenen Wurmbefall eine Wurmtablette im Abstand weniger Monate. Wie lang genau diese Abstände sind, entspricht dem individuellen Verhalten des Hundes. Frisst dieser regelmäßig Nagetiere oder kommt häufig mit Flöhen in Kontakt, kann eine Wurmkur monatlich nötig sein. Ansonsten reicht eine Tablette im Quartal oder sogar im halben Jahr.

Kokosöl und geraspelte Karotten dienen als natürliche Alternative für medizinische Entwurmungen. Verschiedene Inhaltsstoffe des Öls führen dazu, dass die Bandwürmer den Halt verlieren oder sich gar nicht erst in der Magenschleimhaut des Hundes festbeißen können. Geraspelte Karotten dienen ebenfalls als eine Reinigung des Verdauungssystems. Gegen starken Befall können diese Alternativen jedoch nicht ankommen.

Menschen können sich mit den Bandwürmern, welche Hunde infizieren, anstecken. Dies erfolgt über direkten Kontakt mit Hundekot oder den im Fell klebenden Wurmeiern und anschließender oraler Aufnahme dieser. Besonders Kinder sind davon betroffen, da sie unbedarfter handeln und hygienische Maßnahmen häufig nicht ernst nehmen. Vor allem in Haushalten mit Kindern sollten Hundehalter ihre Tiere daher regelmäßig entwurmen.

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Schlagwörter: , , , , , Last modified: 4. April 2023
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