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Bindehautentzündung bei Katzen erkennen und behandeln

Nahaufnahme eines Katzenauges
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Foto von Francesco Ungaro: https://www.pexels.com/de-de/foto/tier-haustier-niedlich-pelz-5592626/


Erkrankungen des Auges, wie die Bindehautentzündung bei Katzen, sind unangenehm und dafür bekannt, dass sie schnell starke Symptome entwickeln. Eine rasche Reaktion seitens des Halters ist daher gefragt, wenn seine Haustiere davon betroffen sind. Wie der Halter eine Bindehautentzündung bei seiner Katze erkennt, wie eine solche Erkrankung überhaupt ausgelöst wird und wie die Behandlung aussieht, soll im Folgenden erklärt werden. Außerdem finden Katzenhalter nützliche Tipps und Hinweise rund um die Bindehautentzündung bei Katzen.

Was ist eine Bindehautentzündung bei Katzen und woher kommt sie?

Bindehautentzündungen kommen bei Katzen recht häufig vor. Besonders Rassekatzen mit kurzen Nasen und hervorstehenden Augen, beispielsweise Perser, sind davon betroffen. Eine Konjunktivitis, wie die Bindehautentzündung im Fachjargon genannt wird, kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Bei empfindlichen Katzen reicht schon Zugluft aus, um eine entzündliche Reaktion auszulösen.

Ist die Katze ein Freigänger, können Sand, Pflanzenteile oder andere kleine Partikel, welche ins Auge gewirbelt oder gerieben werden, zu einer Bindehautentzündung führen. Bei diesen Ursachen ist häufig nur ein Auge betroffen. Sind hingegen beide Augen infiziert, steckt in der Regel ein Virus oder ein Bakterium dahinter. Auch Pilze können zu einer Bindehautentzündung führen. Bindehautentzündungen treten sehr häufig als Folge einer Mischinfektion auf. Das bedeutet, dass mehr als eine der hier aufgezählten Ursachen zu der Infektion geführt haben.

Symptome

Typische Symptome einer Bindehautentzündung bei Katzen sind zunächst tränende Augen. Der vermehrte Ausfluss ist zu Beginn der Erkrankung klar und flüssig. Handelt es sich bei dem Verursacher der Bindehautentzündung um ein Bakterium, wird der Ausfluss später eitrig, gelb und schleimig. Dieser Ausfluss ist zu erkennen an den sogenannten Tränenstraßen, welche er links und rechts der Nase bildet.

Betroffene Katzen meiden helles Licht, kneifen die Augen, bzw. das infizierte Auge, zusammen oder blinzeln vermehrt und fahren sich häufiger mit den Pfoten übers Gesicht. Ihre Augen sind außerdem gerötet und der Bereich drumherum angeschwollen. Bei starken Infektionen kann die Schwellung sogar dazu führen, dass die Katze das Auge gar nicht mehr öffnen kann. Manche Katzen lassen sich bei einer Bindehautentzündung nicht mehr im Gesicht anfassen.

Behandlung

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Um herauszufinden, wodurch die Bindehautentzündung ausgelöst wurde, wird der Tierarzt möglicherweise zunächst einen Abstrich machen müssen. Üblich ist anschließend die Behandlung mit Augentropfen. Auch Salben können zum Einsatz kommen. Die Zusammensetzung der Medikamente ergibt sich aus den Ursachen für die Bindehautentzündung. Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika benötigt. Haben Viren die Entzündung ausgelöst, verschreibt der Tierarzt Virostatika und unterstützend Kortison.

Allergie als Ursache einer Bindehautentzündung bei Katzen

Ist die Ursache eine Allergie, sind häufig nur beruhigende Augentropfen nötig. Gleichzeitig muss man jedoch herausfinden, wogegen die Katze allergisch reagiert, um weitere Entzündungen zu vermeiden. Diese Behandlungen müssen über mehrere Tage fortgeführt werden, sodass der Tierhalter häufig selbst handeln muss. Um bei der Gabe von Augentropfen zu vermeiden, dass die Tülle ins Auge gerät und Verletzungen verursacht, sollte Kontakt zwischen der Katze und der Hand des Besitzers bestehen.

Das bedeutet, dass der Besitzer idealerweise die Hand, mit der er die Tropfen verabreichen möchte, auf der Stirn seiner Katze ablegt. So folgt seine Hand ganz automatisch den möglicherweise plötzlichen Bewegungen der Katze. Lässt die Katze sich zu Hause nicht behandeln, sollte unbedingt der Tierarzt die Behandlung fortführen.

Verlauf und Prognose

Wird eine Bindehautentzündung rasch erkannt und behandelt, bessert sich der Zustand der Katze meist binnen weniger Tage. Langzeitfolgen sind in der Regel nicht zu erwarten. Zu beachten ist hierbei, dass die Behandlung über das Abklingen der Symptome hinaus erfolgen sollte. Auf diese Weise verhindert der Halter einen Rückfall. Unbehandelt kann eine Bindehautentzündung im schlimmsten Fall mit Erblindung oder dem Verlust des Auges enden.

Die Katze kneift das erkrankte Auge so fest zusammen, dass Nickhaut und Hornhaut miteinander verkleben. Eine bleibende Einschränkung der Sehfähigkeit kann die Folge sein. Gerade bei Virenbefall kann die Hornhaut stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Es kann zu Geschwüren kommen, welche aufreißen und zum Schrumpfen des Augapfels führen können. In diesem Fall muss das Auge häufig vollständig entfernt werden.

Was Katzenhalter wissen müssen

Bindehautentzündungen sind ansteckend. Bei dieser Krankheit kann sich sowohl der Halter bei seinem Tier anstecken als auch das Tier bei seinem Halter. Bei mehreren Katzen in einem Haushalt ist es ebenfalls sehr wahrscheinlich, dass die Tiere sich gegenseitig anstecken. Auch Hunde können dabei infiziert werden. Dies gilt nur, wenn die Bindehautentzündung auf Viren oder Bakterien zurückzuführen sind. Bindehautentzündungen treten häufig als Symptom beim Katzenschnupfen auf.

Gang zum Tierarzt bei einer Bindehautentzündung bei Katzen

Ein Gang zum Tierarzt ist daher auch aus diesem Grund sehr zu empfehlen. Zusätzlich zur Behandlung durch den Tierarzt kann der Halter, sofern die Katze dies zulässt, die verklebten Augen reinigen. Dafür bieten sich lauwarmes Wasser oder verschiedene Tees (Fencheltee, schwarzer Tee, Salbeitee) an. Die Tees haben zusätzlich abschwellende und entzündungshemmende Wirkung. Kamillentee eignet sich nicht für diese Behandlung. Da bei Kamillentee Haare der Kamillenpflanze in den Tee gelangen können, könnten diese die Augenreizung noch verschlimmern.

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Schlagwörter: , , , , , Last modified: 29. Juni 2023
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